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Mitarbeiterzufriedenheit steigern – Vielleicht mit Employer Value Proposition?

Veröffentlicht 10.Mär.2022 08:38
Legen Unternehmen bestimmte Werte fest, um sich positiv von anderen Arbeitgebenden auf dem Markt zu unterscheiden, nennt sich dies Employer Value Proposition. Wie Unternehmen ihre EVP für bessere Mitarbeiterzufriedenheit aufbauen können, erfahren Sie im Artikel.

Recruiting muss nachhaltiger werden – für eine bessere Mitarbeiterbindung und -motivation, aber auch aus Kostengründen.
Die Identifikation mit einem oder dem eigenen Unternehmen rückt mehr und mehr in den Fokus – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Statistiken, Umfragen und Studien zeigen, dass Nachwuchskräfte nicht mehr nur durch Gehalt und Altersvorsorge überzeugt werden können. Viel mehr achten sie auf das Teamgefühl, die Unternehmenskultur und die Werte ihres (künftigen) Arbeitgebers.

Viele junge Leute verinnerlichen immer mehr die Tatsache, dass das Leben einfach zu kurz ist, um den Großteil seines Tages in einem Umfeld zu verbringen, in dem man sich nicht wohlfühlt. Wer es sich leisten kann, wählt das Unternehmen, mit dem er sich identifizieren kann.


Was macht Ihr Unternehmen besonders? Wie unterscheiden Sie sich von Mitbewerbern? Welche attraktiven Vorteile können Sie den KandidatInnen bieten?
Um Eigenheiten, Werte und die Corporate Vision zu vermitteln, gibt es verschiedene Maßnahmen im Personalmarketing. So gibt es umfassende Kommunikationskonzepte für diverse Social-Media-Kanäle, welche mit Bildern und Videos gefüllt werden. Direkte Eindrücke können dadurch vermittelt werden.
Das Vermitteln ist eine Maßnahme – das Ermitteln eine andere.
Was ist der Kern Ihrer Unternehmensbotschaft? Wie finden Sie diesen heraus? Wie bringen Sie diesen auf den Punkt? Die Grundlage dafür ist die sogenannte Employer Value Proposition (EVP).


Was bedeutet Employer Value Proposition?

Die EVP ist die Kernaussage, wortwörtlich das Nutzenversprechen des Arbeitgebers an seine Mitarbeitenden. Mit ihr wird beschrieben, was aktuelle und potenzielle ArbeitnehmerInnen von der Mitarbeit in der Organisation haben und vor allem erwarten können. Hier muss man differenzieren zu „Benefits“ wie Vergütung und Urlaubstagen. Der Schwerpunkt von EVP liegt eher auf der kulturellen Ebene: Wie ist die allgemeine Arbeitskultur? Wie begegnet das Unternehmen der Digitalisierung? Welchen Stellenwert hat die Weiterbildung der Talente?
Mit der Employer Value Proposition können Sie als Arbeitgeber kommunizieren, was Sie einzigartig macht. Seien Sie transparent, zeigen Sie die Motive Ihrer Unternehmenstätigkeit oder die Gestaltung des Miteinanders.


Warum Employer Value Proposition?

Die Balance zwischen Bewerbern und Arbeitgebern auf dem Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Vor 10 Jahren noch war es der Arbeitgeber, der sich bei der Auswahl geeigneter Mitarbeiter in einer privilegierteren Situation wiederfand: Potentielle Kandidaten wurden im Bewerbungsprozess genau durchleuchtet, während der Arbeitgeber nur wenig von sich preisgab. Zum Zeitpunkt der Einstellung wusste der Arbeitgeber also viel über den neuen Mitarbeiter, dieser aber nur sehr wenig über seine zukünftige Arbeitsstelle. Mit zunehmendem Fachkräftemangel hat sich dieses Verhältnis verschoben. Talente sind gefragter denn je – oft haben die Fachkräfte die Wahl zwischen verschiedenen Arbeitgebern.
Die Folge: auch Unternehmen müssen sich nun von ihrer besten Seite präsentieren. Employer Branding hat also stark an Gewicht gewonnen.


In 5 Schritten zur Employer Value Proposition

Gut geplant, ist halb umgesetzt. Klingt platt, ist aber leider wahr. Orientieren Sie sich bei der Planung Ihrer Employer Value Proposition an diesen fünf Schritten:

  • Stakeholder definieren
    Optimalerweise besteht Ihre Projektgruppe aus Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen inklusive Human Resources, Führungskräfte und Vertreter aus dem Management. Einen Vertreter aus dem Betriebsrat mit einzubinden, wird ebenfalls geraten.
     
  • Zielgruppe eingrenzen
    Bevor Sie beginnen, die Argumente für eine Anstellung in Ihrem Unternehmen aufzulisten, müssen Sie zunächst definieren, wen Sie ansprechen möchten.
    Kandidaten für einen Posten im Hauptstadtbüro springen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine andere EVP an als jene Interessenten, die sich für eine Zweigstelle auf dem Land bewerben.

  • Werte herausarbeiten
    Um im EVP den Nagel auf den Kopf zu treffen, lohnt sich ein Blick auf die drei Faktoren der EVP:


    Wie finden Sie Antworten auf diese Fragen? Machen Sie zum Beispiel Workshops und brainstormen Sie gemeinsam. So bekommen Sie eine praktische und eine strategische Perspektive, die Sie zu einem großen Ganzen zusammenführen können.

  • Von den Werten zum Claim
    Nun kennen Sie Ihre Werte – fehlt nur noch ein passender Claim. Dieser fasst Ihre Werte mit wenigen Worten zusammen und vermittelt, wofür Sie stehen. Zudem kann dieser als roter Faden im Employer Branding gesehen werden.

  • Interne und externe Kommunikation
    Adaptieren Sie den Claim in Ihre Kommunikationsmaterialien. Intern kann sich das zum Beispiel auf Mitarbeiter-Geschenken äußern.
    Extern wird sich Ihre EVP auf Ihrer Karriere-Website, auf Plakaten und in Social Media Posts widerspiegeln. Zu beachten ist: Definieren Sie passende Kommunikationskanäle um mögliche verschiedene Kandidatengruppen anzusprechen.


Fazit

Eine Employer Value Proposition ist essenziell für Ihr Recruiting. Die EVP erfasst Ihre Arbeitgebermarke. Der Prozess auf dem Weg dahin ist zwar vielschichtig und sollte aus diesem Grund diverse Stakeholder einbinden. Nur so können Sie den BewerberInnen ein authentisches und umfassendes Bild von Ihrem Unternehmen vermitteln. Die Talente von heute achten nicht mehr nur auf basic Benefits – sie wollen wissen, was das Unternehmen ihnen darüber hinaus bieten kann!